Elke Hannack, Stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes; Editorial

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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Thema Corona / Covid-19 ist all gegenwärtig und besetzt nahezu alle Nachrichtenkanäle. Verständlich, die Ausbreitung des Virus und die gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen Auswirkungen sind für viele von uns erschreckend.

Dabei zeichnete sich für mich in den letzten beiden Wochen eines ab: Die Wertschätzung der Bevölkerung gegenüber den Beschäftigten, die trotz der potenziellen Gefahr, sich zu infizieren, für die Gesellschaft da sind, steigt wahrnehmbar. Vorne an sind da natürlich die Beschäftigten im Gesundheitswesen. Was sie leisten, ist mehr als bemerkenswert und verdient unser aller Anerkennung! Auch in anderen Branchen, wie dem Einzelhandel und der Logistik wird hart gearbeitet.

Ich freue mich darüber, dass diese Beschäftigten aktuell ins Zentrum der gesellschaftlichen Wertschätzung rücken. Das ist wichtig, weil damit auch einhergeht, dass ein kritischer Blick auf ihre Arbeitsbedingungen geworfen wird: Das Personal im Gesundheitswesen steht unter Dauerstress – ein lang anhaltender Zustand aufgrund fehlenden Personals und Kostendrucks, den die Gewerkschaften seit Jahren kritisieren. Dass KraftfahrerInnen häufig unter Zeitdruck stehen, Überstunden schrubben und oft schlecht bezahlt werden, dürfte auch nicht neu sein. Und dass die Rente von Beschäftigten des Einzelhandels im Alter oft nicht zum Leben reicht, gehört an dieser Stelle auch gesagt. Schauen wir also, dass es nicht beim „Danke“ bleibt.

Foto: Simone M. Neumann

Elke Hannack
Stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes

Quelle: Beamten-Magazin 04/2020

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