Niels Spilker, Politischer Referent, Abteilung Öffentlicher Dienst und Beamtenpolitik beim DGB-Bundesvorstand; Editorial

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Foto: Simone M. Neumann

Niels Spilker
Politischer Referent, Abteilung Öffentlicher Dienst und Beamtenpolitik beim DGB-Bundesvorstand

Liebe Leserin, lieber Leser,

Ende September hat das Statistische Bundesamt aktuelle Zahlen zu den Beschäftigten im öffentlichen Dienst veröffentlicht. Der DGB hat sie aufgearbeitet und bewertet. Im soeben erschienenen DGB Personalreport sind sie nachzulesen, im vorliegenden Magazin geben wir einen kurzen Einblick.

Wie in den letzten Jahren gab es im öffentlichen Dienst einen leichten Personalaufwuchs. Entspannt sich die Situation also? Hier lohnt ein Blick in den Arbeitsalltag der Beschäftigten. In Bürgerämtern und in der staatlichen Arbeitsschutzaufsicht, die im Report näher untersucht wurden, ist von Entspannung keine Spur.

Was würde in der aktuellen Situation helfen? Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften fordern regelmäßig durchgeführte, bindende Personalbedarfsanalysen. Auf dieser Basis muss es dann einen gezielten Personalaufbau in Bund, Ländern und Kommunen geben. Und wenn in den nächsten zehn Jahren knapp 27 Prozent der Beschäftigten in den Ruhestand gehen, dürfen ihr Wissen und ihre Erfahrungen nicht verloren gehen. Überlappende Stellenbesetzungen und strukturierte Übergabeverfahren gibt es zwar mancherorts, aber viel zu selten. Sie müssen die Regel werden.

Außerdem untergräbt die aktuelle Befristungspraxis die Attraktivität des öffentlichen Dienstes als Arbeitgeber. Sie sabotiert die dringend nötige Personalgewinnung. Die betroffenen KollegInnen werden in ihrer beruflichen Perspektive ausgebremst und können ihre private wie berufliche Zukunft nicht verlässlich planen. Baustellen, auf denen sich etwas bewegen muss, gibt es also genug.

Wir wünschen eine anregende Lektüre!

Niels Spilker

Quelle: Beamten-Magazin 10/2019

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