Pflichtlektüre für eGovernment-Anfänger und Experten; Handbuch Digitale Verwaltung

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Pflichtlektüre für eGovernment-Anfänger und Experten

Die Digitalisierung der Verwaltung ist in Deutschland seit längerem Thema. Und obwohl uns diese Form der Verwaltungsmodernisierung mal mehr oder weniger konsequent seit Jahrzenten umtreibt, steht fest: So richtig erfolgreich waren wir in Deutschland bislang nicht. Zwar ist die Arbeit in der öffentlichen Verwaltung für die meisten Beschäftigten durch eMails, eAkte, etc. heute schon fast vollständig digitalisiert, das digitale Verwaltungsangebot in Deutschland ist im europäischen Vergleich jedoch dagegen unterdurchschnittlich entwickelt. Das Nachsehen haben die BürgerInnen sowie Unternehmen, nicht selten auch die Beschäftigten. Doch woran liegt es, dass wir uns in Deutschland so schwer tun?

Einige Antworten finden sich im Handbuch Digitale Verwaltung, Ende April im Kommunal- und Schul-Verlag erschienen. Die Herausgeber Hans-Henning Lühr, Staatsrat im Senat für Finanzen der Freien Hansestadt Bremen, Roland Jabkowski, Bevollmächtigter für eGovernment und Informationstechnologie in der hessischen Landesverwaltung, und Sabine Smentek, Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Inneres und Sport im Land Berlin, betrachten in ihrem Handbuch das Thema eGovernment aus vielen verschiedenen Blickwinkeln. Ob aus dem Ausland, aus kommunaler oder föderaler Perspektive: Auf über 500 Seiten bekommt man einen guten Überblick über die komplexen Mechanismen des deutschen eGovernments und eine leise Ahnung, warum die Situation heute ist, wie sie ist. Das Handbuch Digitale Verwaltung zeigt sachlich und fundiert auf, wer die digitale Verwaltung steuert und organisiert. Umfassend dargestellt werden dazu die rechtlichen Rahmen, Ansätze zur Umsetzung der digitalen Verwaltung, sowie deren Arbeitsweise und Organisation, Datenschutz und Datensicherheit, Anwendungsbereiche der Digitalisierung und in Teilen auch die Beschäftigtenperspektive.

Vor diesem Hintergrund stellt das Handbuch Digitale Verwaltung für Studierende, Interessierte, Fachleute und EntscheiderInnen eine fundierte und sachliche Informationsgrundlage dar. Zum Teil ist die sprachliche Darstellung, je nach AutorIn, zu wissenschaftlich und kompliziert geraten. Das tut dem Informationsgehalt grundsätzlich natürlich keinen Abbruch. Der größte Kritikpunkt ist aber ein anderer: Auch wenn gewerkschaftspolitische Themen wie Arbeit 4.0, Mitbestimmung, etc. angesprochen werden, es hätte im Handbuch eine sinnvolle Ergänzung sein können, wenn einer der Namensbeiträge zur Digitalisierung der Verwaltung aus dem gewerkschaftlichen Umfeld gekommen wäre. Und dennoch: Die Lektüre ist auch für Personalräte und die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes zu empfehlen.

Lühr, Jabkowski, Smentek (Hg.)
Handbuch Digitale Verwaltung. 1. Auflage 2019, 535 Seiten. ISBN: 978-3-8293-1377-3. Kommunal- und Schul- Verlag, Wiesbaden, 79,00 Euro. 

Quelle: Beamten-Magazin 09/2019

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