Mehr Mensch im Mittelpunkt; Meinungsbild

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Mehr Mensch im Mittelpunkt

Digitalisierung

Das Thema Digitalisierung ist in aller Munde. Nicht nur weil sie unser tägliches Miteinander, sondern auch zunehmend unsere Art und Weise zu arbeiten beeinflusst, wenn nicht gar revolutioniert. Wie die Digitalisierung in Deutschland im Status quo wahrgenommen wird, hat nun das Projekt „Für ein besseres Morgen“ der Friedrich-Ebert-Stiftung mit einer Online-Umfrage herausgefunden. Die Fragen an die Interviewten gliederten sich dabei in drei Themenbereiche: erstens die allgemeine Wahrnehmung der Deutschen zum Thema Digitalisierung, zweitens die Wahrnehmung in Bezug auf Digitalkonzerne und Datenschutz und drittens die Wahrnehmung in Bezug auf Arbeitswelt und Qualifikation. Im Ergebnis zeichnet sich ein Stimmungsbild ab, das zwischen Zuversicht und Skepsis liegt.

Die Mehrheit – etwa zwei Drittel – steht dem digitalen Wandel aufgeschlossen gegenüber. Sie schätzt den Nutzen der technologischen Entwicklungen der letzten Dekade demnach als hoch bzw. eher hoch ein. Ein nahezu gleich hoher Anteil der Befragten ist allerdings der Auffassung, dass bei der Entwicklung neuer Technologien der Fokus nicht auf die Bedürfnisse der Menschen zugeschnitten sei. Global Player wie Google dominieren der überwiegenden Mehrheit der Befragten nach den Digitalisierungsprozess – politische und gesellschaftliche Akteure spielen in ihrer Wahrnehmung nur eine Nebenrolle.

Kein Wunder also, dass sich viele von der Digitalisierung auch abgehängt fühlen. Und umso wichtiger, das über zwei Drittel grundsätzlich mehr mitbestimmen wollen, wie ihr Arbeitsplatz im Hinblick auf den Einsatz von digitaler Technik gestaltet wird. In diesem Zusammenhang finden 60 Prozent laut Umfrage, dass die Rechte von Betriebs- bzw. Personalräten und Beschäftigten mit Blick auf die Digitalisierung gestärkt werden sollen. „Es geht den Menschen beim digitalen Wandel der Arbeitswelt also nicht nur darum, mithalten, sondern auch mitgestalten zu können.“ ,so der Autor der Studie Stefan Kirchner.

Auch der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann sieht klare Handlungsaufträge: „Die aktuelle Umfrage der Friedrich-Ebert-Stiftung ist eine deutliche Mahnung an die Politik, die Gestaltung der Digitalisierung viel stärker an den Interessen der Beschäftigten auszurichten. Die Tatsache, dass ein Fünftel der Menschen bislang überhaupt keine Vorteile durch die Digitalisierung sieht und gleichzeitig 50 Prozent mehr Ungleichheit befürchten, sollte die Politik als gelbe Karte begreifen. Es ist also höchste Zeit, das politische Silo-Denken zu überwinden und eine Politik der Ermöglichung umzusetzen, die für mehr Zuversicht sorgt. Dazu gehört zum einen, die Mitbestimmung des digitalen Wandels am Arbeitsplatz zu stärken sowie ein Recht auf Weiterbildung und Home Office zu schaffen.“

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Wunsch nach Mitbestimmung über digitale Technik

Würden Sie gern selbst mehr mitbestimmen, wie digitale Technik an Ihrem Arbeitsplatz verwendet wird?

Quelle: Berechnungen der Friedrich-Ebert-Stiftung auf Grundlage der Civey-FES-Umfrage 2019, hochgerechnet, N: 4010, ohne Arbeitslose und Rentner.

Gestärkte Rechte für Betriebsräte und Beschäftigte

Sollten die Rechte der Betriebsräte und Beschäftigten im Kontext der Digitalisierung Ihrer Meinung nach gestärkt werden?

Quelle: Berechnungen der Friedrich-Ebert-Stiftung auf Grundlage der Civey-FES-Umfrage 2019, hochgerechnet, N: 5007.

Quelle: Beamten-Magazin 07.-08/2019

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