Niels Spilker, Politischer Referent, Abteilung Öffentlicher Dienst und Beamtenpolitik beim DGB-Bundesvorstand; Editorial

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Foto: Simone M. Neumann

Niels Spilker
Politischer Referent, Abteilung Öffentlicher Dienst und Beamtenpolitik beim DGB-Bundesvorstand

Liebe Leserinnen und Leser,

Schnee kann die Welt für einige Zeit etwas langsamer und leiser machen. Und ein wenig Entschleunigung tut schließlich manchmal ganz gut. Das gilt für Berlin-Mitte wie für Berchtesgaden. Massenhafter Schnee hingegen bringt mehr Nach- als Vorteile. In Südbayern führte er im Januar sogar zum wetterbedingten Katastrophenfall. Ein Kommentar in der Süddeutschen Zeitung kurz nach dem „Schneechaos“ richtete den Blick auf die vielen HelferInnen. Es sei beeindruckend, wie professionell und unaufgeregt in den Landratsämtern und Lagezentren gehandelt wurde. Und es sei schön, wie viel negierter Menschen sich bei den Freiwilligen Feuerwehren und beim Technischen Hilfswerk versammelte. Das stimmt. Und es ist ebenfalls schön, wenn Leute sich gegenseitig helfen und die vielen Einsatzkräfte, durch den Fokus auf ihre Arbeit, die Wertschätzung erhalten, der ihnen im Alltag oft versagt bleibt.

Allerdings gibt es noch eine zweite, düstere Seite der Geschehnisse: Wer in den Achtzigerjahren groß wurde, hat reale oder drohende Katastrophenfälle vor allem als apokalyptische Zukunftsszenarien ausgemalt bekommen: „Es ist 5 vor 12! Saurer Regen, Super-GAU, Treibhauseffekt – wir werden alle sterben!“ Heute hören wir nicht selten: „Früher hatten wir vielleicht alle zehn Jahre Hochwasser/Dürresommer/Schneechaos, heute ständig!“ Letzteres habe ich auch schon das ein oder andere Mal gesagt. Naturzerstörung und der damit verbundene Klimawandel müssen uns tatsächlich Sorgen bereiten. Dennoch hilft eine fatalistische Sichtweise wenig, denn in einer Atmosphäre von Endzeitstimmung lässt sich die Gesellschaft nicht gerechter und ökologischer gestalten.

In dieser Ausgabe unseres Magazins geht es uns aber weniger um die Zukunft, als um das Hier und Jetzt. Wir haben nachgefragt, wie die Einsätze im Katastrophenfall eigentlich ablaufen und was sie für die Helferinnen und Helfer bedeuten.

Wir wünschen eine anregende Lektüre!

Niels Spilker

Quelle: Beamten-Magazin 02/2019

 

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