„Passen Sie bitte auf sich auf!“; Service

Grafik: istockphoto.de/Ja_inter

„Passen Sie bitte auf sich auf!“

Tipps zur Eigensicherung für Beschäftigte im öffentlichen Dienst

Die Wahrscheinlichkeit eines Übergriffs auf MitarbeiterInnen der Verwaltung ist gering, aber keinesfalls ausgeschlossen. Angst ist kein guter Ratgeber, Vorbereitung und Vorsicht sind besser. Wer Publikumsverkehr hat, Entscheidungen fällt, die BürgerInnen direkt betreffen und repressiv wirken können und zudem noch allein in einem Büro arbeitet, ist eher gefährdet als andere. Tipps zur Eigensicherung von Ronald Mikkeleitis, Diplom-Verwaltungswirt und Leiter des Außendienstes des Bezirksamtes Mitte Berlin, der praxisbezogene Sicherheitsseminare anbietet.

Sachbearbeiterin Rita S. (43), die seit über zehn Jahren im Amt arbeitet, kommt missmutig in die Dienststelle. Sie hat nicht gut geschlafen und die Akten stapeln sich auf dem Schreibtisch. Als ein Bürger unangemeldet den Raum betritt, sieht sie kaum hoch und raunzt ihn nur an: „Jetzt ist keine Sprechzeit, holen Sie sich bitte einen Termin!“. Dann vertieft sie sich wieder in ihre Akten. Der Bürger bleibt vor ihr stehen und hat seine Wut kaum noch unter Kontrolle. Er hat vor kurzem seine Arbeit verloren und das Gefühl, dass ihn niemand mehr ernst nimmt. Und nun noch diese Abfuhr hier! Zornig fegt er mit dem Arm über den Schreibtisch, alle Gegenstände landen auf dem Boden. Rita S. wird kreidebleich und fühlt sich bedroht. Was tun? Soll sie den Alarmknopf drücken? Wo ist der noch mal? Mit zittriger Stimme bittet sie den Mann, sich zu beruhigen. Das reizt den Eindringling erst recht und er brüllt noch lauter. Schließlich findet Frau S. den Alarmknopf und drückt ihn. Doch erst nach mehrmaligem hektischem Drücken wird der Alarm ausgelöst. Gleich wird Hilfe kommen. Hofft sie. Nach endlos erscheinender Zeit kommt ein Kollege herein, erkennt die Lage nicht gleich und sagt: „Du musst an den Alarmknopf gekommen sein, bei mir hat es gepiept!“ Der Faustschlag, den er ins Gesicht bekommt, trifft ihn unvermittelt. Der Täter – selbst überrascht über die Intensität seines Ausbruches – rennt verstört davon.

Dieser Fall mit wahrem Hintergrund hätte verhindert werden können, wenn Mindeststandards der eigenen Sicherheit beachtet worden wären. Übertriebene Sorgen sind fehl am Platz, aber Vorbeugung ist sinnvoll.

Quelle: Beamten-Magazin 09/2018

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