Lisa Kranz, Politische Referentin, Abteilung Öffentlicher Dienst und Beamtenpolitik beim DGB-Bundesvorstand; Editorial

Foto: Simone M. Neumann

Lisa Kranz
Politische Referentin, Abteilung Öffentlicher Dienst und Beamtenpolitik beim DGB-Bundesvorstand

Liebe Leserinnen und Leser,

bekanntlich zählt die Sozialarbeit zu den Berufen, in denen die Beschäftigten schlecht bezahlt werden, sehr belastende Erfahrungen machen und es massiv an Personal mangelt. Das hat fatale Folgen, wie etwa beim Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD). Zu den Aufgaben des auf kommunaler Ebene angesiedelten ASD gehört unter anderem der Kinderschutz. Droht eine Gefährdung des Kindeswohls, müssen die zuständigen SozialarbeiterInnen zum Beispiel die schwierige Entscheidung treffen, ob das Jugendamt das Kind aus seiner Familie heraus nimmt. Präventive Arbeit und Hilfe zur Selbsthilfe könnten einen solchen Schritt häufig verhindern, aber die Anzahl der Familien, die eine Vollzeitkraft betreuen muss, ist in den vergangenen Jahren auf ein gefährliches Niveau angestiegen. Dem vorhandenen Personal fehlt die dringend benötigte Zeit für eine gute Arbeit mit ihren Klienten. „Wir erhalten nach wie vor nicht die nötige Anerkennung, obwohl wir viel für die Gesellschaft tun. Wir haben kaum eine Lobby, weil wir uns mit Menschen beschäftigen, die selber kaum gehört werden“, kritisiert Kerstin Kubisch-Piesk. Sie ist Gewerkschafterin und RSD-Regionalleiterin im Bezirksamt Mitte von Berlin. RSD steht für Regionaler Sozialpädagogischer Dienst. In Berlin protestieren GEW und ver.di seit Jahren gegen die chronische Personalnot und die schlechte Entlohnung insbesondere im RSD. Wir wollten mehr über die Situation erfahren. Und so schildert Frau Kubisch-Piesk im Gespräch mit dem Magazin die Arbeitsbedingungen der SozialarbeiterInnen und macht klar, was sich ändern muss.

Viele Grüße
Lisa Kranz

Quelle: Beamten-Magazin 09/2018

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