„Fortschrittsbericht Fachkräftekonzept“: 400.000 Stellen fallen weg; Digitalisierung

Digitalisierung

„Fortschrittsbericht Fachkräftekonzept“: 400.000 Stellen fallen weg

Diese Zahlen haben es in sich: Laut dem „Fortschrittsbericht 2017 zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung“, den Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) Ende August der Öffentlichkeit präsentiert hat, werden durch die fortschreitende Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung in den nächsten Jahren um die 400.000 Stellen „überflüssig“. Der Bericht beschreibt ein „Basisszenario“, demzufolge bis zum Jahr 2030 ganze 372.000 Stellen wegfallen. Im Szenario „beschleunigte Digitalisierung“ wären es im gleichen Zeitraum sogar 427.000 Stellen. Er zeigt auf, dass die öffentliche Verwaltung am stärksten von der Transformation der Arbeit betroffen sein wird, weit stärker als etwa der Maschinenbau.

Im Bericht „Kompetenz- und Qualifizierungsbedarfe bis 2030“, den das BMAS zeitgleich vorlegte, werden diese Zahlen vor allem mit dem Wegfall von „bisher papierlastigen Routineprozessen“ in der Verwaltung begründet. E-Government-Initiativen hätten demnach das Ziel, für die BürgerInnen neue Online-Zugänge zu Dienstleistungen und Verwaltungsprozessen zu schaffen. Effizienz und Kundenfreundlichkeit könnten so gesteigert werden: „Routineprozesse können durch Algorithmen unterstützt werden, etwa die Prüfung von Steuerfällen oder Rechnungen oder die Zusammenstellung von Kerndaten der Angebote in Beschaffungsprozessen.“ Verwiesen wird auch auf neue Möglichkeiten, denn die Beschäftigten könnten durch die Digitalisierung ihre Zeit flexibler einsetzen. Wobei es diese Möglichkeiten natürlich nur für diejenigen gibt, deren Stelle nicht als „Substituierbarkeitspotenzial“ eingespart wurde.

Auch dieses Schlaglicht zeigt: Es stellt sich weniger die Frage, ob, sondern wie die Digitalisierung die öffentliche Verwaltung verändern wird. Der DGB fordert, dass die Chancen genutzt und die Risiken reduziert werden. Das funktioniert am besten, wenn die Beschäftigten ihre Arbeitsbedingungen stärker mitgestalten können und beteiligt werden.

Foto: istockphoto.de/monsitj

Die vollständigen Berichte unter:

BMAS (2017a): Fortschrittsbericht 2017 zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung, Berlin. [online: http://www.bmas.de]

BMAS (2017b): Kompetenz- und Qualifizierungsbedarfe bis 2030. Ein gemeinsames Lagebild der Partnerschaft für Fachkräfte, Berlin. [online: http://www.bmas.de]

Quelle: Beamten-Magazin 09/2017

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