Kultur zur Staatsaufgabe erklären!: Kommentar

Kultur zur Staatsaufgabe erklären!

Am 17. Februar konnte ein Tarifergebnis für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder erreicht werden. Es wurde vereinbart, die Entgelte in zwei Stufen zu erhöhen. Rückwirkend zum 1. Januar 2017 steigen die Entgelte um 2 Prozent, mindestens aber 75 Euro und zum 1. Januar 2018 um weitere 2,35 Prozent. Dieses Ergebnis konnte nur erreicht werden, weil sich so viele Kolleginnen und Kollegen an den Warnstreiks im Rahmen der Tarifrunde beteiligt haben. Die Beschäftigten der Staats- und Landestheater waren hier ganz vorne mit dabei. So auch die Kolleginnen und Kollegen am Badischen Staatstheater in Karlsruhe. Nicht nur der bronzepreisgekrönte Personalrat sondern auch die gewerkschaftlich Aktiven sind ganz vorne mit dabei wenn es um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten geht. Und sie haben es auch verdient. Die Arbeit am Theater ist nicht einfach, ob in der Maske, Requisite oder hinter der Bühne, vor, während und nach der Vorstellung. Die Künstlerinnen und Künstler werden geschminkt und eingekleidet. Es wird für die perfekte Beleuchtung gesorgt, schwere Kulissenteile werden gebaut und komplexe Steuerungen bedient. Alles in allem sind dies sehr anspruchsvolle Tätigkeiten. Die Kunst auf der Bühne ist dabei letztendlich das Ergebnis und auch der Stolz der Zusammenarbeit aller Gewerke. Allerdings wird die Arbeit am Theater immer schwieriger. Mit immer weniger finanziellen Mitteln muss immer mehr erreicht werden. Personalabbau am Theater, Spartenschließungen, Theaterzusammenlegungen und -verbünde, ja sogar Theaterschließungen sind inzwischen fast Normalität geworden. Und das im Kulturland Deutschland. In Zeiten klammer öffentlicher Kassen wird jeder Cent zweimal umgedreht. Und gespart wird als erstes an den freiwilligen Leistungen der öffentlichen Hand – zum Beispiel an den Zuschüssen für Theater und Bühnen. Dies wird oft als alternativlos hingenommen. Dabei gäbe es viele Alternativen gerade aus den Bereichen der Steuerpolitik, die ver.di ständig in die Diskussion rund um die Finanzierbarkeit der öffentlichen Haushalte einbringt. Wichtig ist allerdings, dass die Kultur zur Staatsaufgabe erklärt wird und somit die Kulturfinanzierung dauerhaft gesichert ist und nicht als freiwillige Aufgabe anderen Interessen untergeordnet werden kann!

von Frank Schreckenberg, Tarifsekretär im Fachbereich Medien, Kunst und Industrie der ver.di-Bundesverwaltung

Quelle: Beamten-Magazin 04/2017

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