Beschäftigungsentwicklung im öffentlichen Dienst; Gewerkschaften

Beschäftigungsentwicklung im öffentlichen Dienst

Personalreport 2016 erschienen

Im Oktober hat der DGB den Personalreport 2016 veröffentlicht. Damit lenkt er den Blick auf die personelle Ausstattung des öffentlichen Dienstes sowie die Beschäftigtenstruktur. Voraussetzung dafür, dass die Beschäftigten die ihnen übertragenen Aufgaben mit hoher Qualität erbringen können, ist eine bedarfsgerechte Stellenausstattung. Eine solche fordert der DGB ein und macht sich stark für gute Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst.

Zwei Millionen weniger

Nach zwei von Stellenabbau und Privatisierung geprägten Jahrzehnten arbeiten heute noch 4,65 Millionen BeamtInnen und ArbeitnehmerInnen im öffentlichen Dienst von Bund, Ländern und Kommunen – mehr als zwei Millionen weniger als 1991. Im Juni 2015 waren 1,84 Millionen Beschäftigte in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis als BeamtInnen, RichterInnen oder Berufs- bzw. ZeitsoldatInnen tätig, während 2,81 Millionen ihren Beruf auf tarifvertraglicher Basis ausübten. Längst wirkt sich der massive Beschäftigtenrückgang auf die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes aus.

Weiblicher und älter, flexibler und atypischer

Parallel zur Verringerung der Zahl der Beschäftigten hat sich durch den Anstieg des Frauenanteils, das steigende Durchschnittsalter und die Zunahme von Teilzeitbeschäftigung und Zeitverträgen auch die Beschäftigungsstruktur erheblich verändert. Hinzu kommt, dass gut sieben Prozent der ArbeitnehmerInnen geringfügig beschäftigt sind. Die Zahlen des Personalreports zeigen deutlich, dass flexibilisierte und auch atypische Beschäftigungsformen im öffentlichen Dienst verbreiteter sind als angenommen. Unsicherheit der Beschäftigten und Arbeitsverdichtung nehmen zu.

Personalstrukturanalysen nötig

Ein hoher Anteil älterer Beschäftigter stellt Bund, Länder und Kommunen in den kommenden Jahren zudem verstärkt vor die Herausforderung, geeignetes Fachpersonal für die Erfüllung ihrer vielfältigen Aufgaben zu gewinnen. Der DGB fordert daher eine zukunftsfähige Personalpolitik – dazu gehört eine bedarfsgerechte Stellenausstattung auf der Grundlage regelmäßiger Personalstrukturanalysen ebenso wie ein Ende der sachgrundlosen Befristungen.

Datengrundlage

Mit dem jährlich erscheinenden Personalreport bietet der DGB einen Überblick über lang- und kurzfristige Personalentwicklungen im öffentlichen Dienst. Grundlage des Personalreports sind die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Die Datenerhebung „Personal des öffentlichen Dienstes“ (Fachserie 14 Reihe 6) erscheint jährlich. Stichtag der Erfassung der Beschäftigtendaten ist der 30. Juni des jeweiligen Vorjahres.

Quelle: Beamten-Magazin 10/2016

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