Grundschullehrerinnen diskriminiert; Hamburg

Grundschullehrerinnen diskriminiert

„Die schlechtere Bezahlung von Grundschulgegenüber Lehrkräften an anderen Schularten ist eine mittelbare Diskriminierung von Frauen.“ Was bisher eine gewerkschaftliche Kritik war, hat die GEW mit einem Gutachten auch juristisch untermauert. Es bezieht sich auf Hessen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Doch die GEW Hamburg sieht eine Übertragbarkeit auch auf ihr Land. Grundschullehrkräfte verdienen dort bis zu 450 Euro monatlich weniger. Ungefähr 88 Prozent aller Lehrkräfte an den Grundschulen in Hamburg sind Frauen. Immer wieder genannte Rechtfertigungsgründe halten einer Überprüfung nicht stand. Eine angeführte Begründung für die schlechtere Bezahlung sind kürzere Studienzeiten. Das stimmt heute jedoch nicht mehr. Dass die Arbeit nicht so anspruchsvoll sei wie etwa bei den Gymnasiallehrkräften, war noch nie ein zutreffender Grund. Denn die sehr unterschiedliche SchülerInnenschaft macht das Unterrichten gerade an Grundschulen besonders anspruchsvoll. Hinzu kommen neue, von den Schulbehörden übertragene, sowie durch Inklusion und Ganztagsschulen entstandene Aufgaben. „Ich muss mich in vieles neu einarbeiten, was ich im Studium nicht gelernt habe, und vor allem brauche ich Zusatzqualifikationen“, so der Bericht einer Grund- und Mittelstufenlehrerin. „Ich habe ein geistig behindertes Kind in einer Klasse, ich habe hochbegabte Mädchen und Jungen. Das heißt, ich muss viel differenzieren.“

Quelle: Beamten-Magazin 05/2016

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