Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Lohn; Gewerkschaften

Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Lohn

Tarifrunde Bund und Kommunen 2016

Die DGB-Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes haben ihre Forderungen für die bevorstehende Tarifrunde im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen bekanntgegeben: sechs Prozent mehr Lohn sowie eine Erhöhung der
Ausbildungsvergütung um 100 Euro.

Die Tarifforderungen hat die ver.di-Bundestarifkommission am 18. Februar 2016 in Berlin beschlossen. Die Gewerkschaften wollen vor allem verhindern, dass die Entgeltentwicklung der Beschäftigten im öffentlichen Dienst von denen in der Privatwirtschaft weiter abgekoppelt wird. Aus diesem Grund fordern ver.di, die Gewerkschaft der Polizei (GdP), die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in den vorerst drei Tarifrunden:
– Erhöhung der Entgelte um 6 Prozent
– Laufzeit: 12 Monate
– Verzicht auf sachgrundlose Befristungen
– Kein Eingriff in das Leistungsrecht der betrieblichen Altersversorgung
– Übernahme der Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss
„Der private Konsum ist der Motor der guten Konjunkturentwicklung und muss weiter gestärkt werden. Das ist angesichts anhaltend steigender Steuereinnahmen auch machbar“, begründete der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske die Forderung.

Kerstin Philipp, stellvertretende Bundesvorsitzende der GdP, ergänzte in Anspielung auf die Reaktion der Arbeitgeberseite auf die Forderung: „Seit Jahren erleben wir, dass den öffentlichen Arbeitgebern kein Argument zu schwach ist, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes die Teilhabe an der wirtschaftlichen Entwicklung zu verweigern. Jetzt die Flüchtlinge ins Feld zu führen, ist unverfroren. Richtig ist vielmehr, dass gerade die Polizei und die vielen Beschäftigten in den Kommunen zur Bewältigung des Flüchtlingsstroms Übermenschliches geleistet haben. Dafür hat ihnen die Bevölkerung großen Respekt und hohe Anerkennung gezollt. Es wird endlich Zeit, dass auch die Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes sich aus ihren bürokratischen Höhen in die reale Arbeitswelt begeben und den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes das zugestehen, was ihnen gebührt.“

Verhandelt wird für rund zwei Millionen Tarifbeschäftigte des öffentlichen Dienstes der Kommunen und ihrer wirtschaftlichen Betriebe und Unternehmen sowie für rund 140.000 Tarifbeschäftigte des Bundes.

Start im März, weitere Runden im April

Die ersten Gespräche zwischen Gewerkschaften, Bund und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) finden am 21. März 2016 statt. Die zweite und dritte Runde sind für den 11./12. April und den 28./29. April 2016 in Potsdam vorgesehen.

Tarifergebnis auf Beamte übertragen

Im Anschluss an die Tarifverhandlungen folgt die Besoldungsrunde Bund. Die Gespräche mit dem dafür zuständigen Bundesministerium des Innern führt der DGB zusammen mit seinen Mitgliedsgewerkschaften des öffentlichen Dienstes. Ziel ist die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die BundesbeamtInnen, VersorgungsempfängerInnen, RichterInnen, SoldatInnen sowie AnwärterInnen.

Quelle: Beamten-Magazin 02/2016

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