13. Potsdamer Forum; Gewerkschaften

13. Potsdamer Forum

Dienstleistungen der Zukunft

Beim Potsdamer Forum, einer Veranstaltung von ver.di und der Hans-Böckler-Stiftung, standen am 29. und 30. Juni 2015 die Dienstleistungen der Zukunft im Mittelpunkt der Debatten. Die TeilnehmerInnen – darunter Führungskräfte der Personalvertretungen, PolitikerInnen und WissenschaftlerInnen – diskutierten an den beiden Tagen über die gesellschaftlichen und technischen Veränderungen und deren Auswirkungen auf den öffentlichen Dienst.

Andrea Kocsis, stellvertretende ver.di-Vorsitzende, eröffnete in diesem Jahr das Potsdamer Forum und stellte gleich zu Beginn klar, dass mit einer „Billigagenda“ kein Staat zu machen sei. In den Veränderungen durch Dienstleistung bzw. Arbeit 4.0 lägen große Chancen, allerdings auch Gefahren und Ängste begründet. So müssten sich die Dienstleistungen der Zukunft an den Bedürfnissen der Menschen orientieren. Damit einher ginge jedoch eine Veränderung von Berufen, Tätigkeitsprofilen und Arbeitsbedingungen. Routinearbeiten, so Kocsis, könnten zwar künftig oftmals Computer erledigen, die Entscheidungen aber würden auch weiterhin nur von Menschen getroffen werden.

Im sich anschließenden Vortrag „Kommunale Dienstleistungen – Wie nah an den Menschen?“ fiel die Antwort des Referenten Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, eindeutig aus: „Niemand ist näher bei den Menschen als wir. Dennoch müssen wir ihnen noch näher kommen.“ Schließlich sei der öffentliche Dienst oftmals „Zwangsanbieter“ und die Menschen demzufolge auf ihn angewiesen. Daher sei es wichtig, getroffene Entscheidungen hinreichend deutlich zu erläutern um damit deren Akzeptanz zu fördern.

Der Niedersächsische Ministerpräsident, Stephan Weil, verwies in seinem sich anschließenden Referat zum Thema „Bestimmende Faktoren für einen starken öffentlichen Dienst“ auf die stetig steigenden Ansprüche an diesen. Der öffentliche Dienst könne sich jedoch selbstbewusst zeigen, da sein Verdienst für die Gesellschaft anerkannt sei. Er habe seinen Beitrag zum guten Zustand Deutschlands erbracht. So führe der ausgeprägte Rechtsstaat, den der öffentliche Dienst mit Leben füllt, zu einer hohen Planungssicherheit und die MitarbeiterInnen des öffentlichen Dienstes seien für das hohe Bildungsniveau in Deutschland mitverantwortlich, sagte Weil. Der in der Vergangenheit vorangetriebene Personalabbau sei daher falsch gewesen. Hier bestehe nun ein erheblicher Nachholbedarf. Das würde nach Ansicht Weils ein Blick auf die frühkindliche Bildung oder die kommunale Sozialarbeit zeigen. An welchen Stellschrauben die Länderverwaltungen drehen können, „wenn der Ausweg über neue Schulden versperrt“ ist, erörterte Annegret Kramp-Karrenbauer, Ministerpräsidentin des Saarlandes. Eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahre bestünde darin, bei dem anhaltenden wirtschaftlichen Strukturwandel annähernd gleichwertige Lebensverhältnisse für die BürgerInnen sicher zu stellen. Dem Saarland werde das ohne Hilfe nicht gelingen können, konstatierte die Ministerpräsidentin.

Im Rahmen der zur Auswahl stehenden Workshops bot sich den TeilnehmerInnen dann wieder Gelegenheit, Themen wie die effiziente und effektive Gestaltung der Verwaltung, die Finanzausstattung von Bund, Ländern und Kommunen, Chancengleichheit und Diversity oder auch mobiles Arbeiten und Vertrauensarbeitszeit, tiefgehender zu erörtern und Erfahrungen auszutauschen.

Quelle: Beamten-Magazin 07-08/2015

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