Prekäre Beschäftigungsverhältnisse: Befristung als arbeitspolitische Strategie?; Schöneberger Forum - Praxisforen

Prekäre Beschäftigungsverhältnisse: Befristung als arbeitspolitische Strategie?

Zukunftsperspektive adieu

Die Frage nach befristeten Arbeitsverhältnissen als arbeitspolitische Strategie führte zu lebhaften Diskussionen. In vier Workshops berichteten Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Gewerkschaft über die Situation von prekär Beschäftigten. Zwar rechtfertigte Beate Lohmann aus dem Bundesinnenministerium den Einsatz befristeter Arbeitsverhältnisse in bestimmten Fällen, etwa bei einem kurzfristigen Bedarf an Expertenwissen. Es herrschte im Grundsatz aber Einigkeit darüber, dass diese Art der Beschäftigung keine Dauerlösung darstelle. Michael Wagner aus der Abteilung Jugend im DGB betonte vor allem die Situation junger Beschäftigter. Deren persönliche Zukunftsplanung würde durch Zeitverträge und die Aussicht auf eine unsichere Einkommenssituation stark beeinflusst. Prof. Lutz Bellmann vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hob die ungleiche Verteilung der Bildungschancen zwischen normal und atypisch Beschäftigten hervor. Forschungsergebnisse würden zeigen, dass ein großer Teil atypisch Beschäftigter keinen Zugang zu Weiterbildungsmaßnahmen habe. Dr. Andreas Keller, stellvertretender Vorsitzender der GEW, schilderte die Situation in der Wissenschaft und bekräftigte, dass der Trend zu Zeitverträgen auf lange Sicht zu Qualitätsverlusten in Forschung und Lehre führen könne. Die negativen Folgen von Befristungen wurden in der Diskussion mehr als deutlich. Auf Dauer eingesetzt hebele eine solche Strategie zudem systematisch Arbeitnehmerrechte aus und untergrabe damit die von Personalräten und Gewerkschaften erkämpften Standards.

Quelle: Beamten-Magazin 11-12/2013

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