Modellprojekt zum demografischen Wandel; Gewerkschaften

Modellprojekt zum demografischen Wandel

Im Rahmen der Demografiestrategie der Bundesregierung beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe mit dem Titel „Der öffentliche Dienst als attraktiver und moderner Arbeitgeber“ unter anderem mit der Frage nach den künftigen Arbeitsbedingungen. Neben dem DGB ist als tarifpolitischer Akteur auch ver.di vertreten. Die Gewerkschaft ver.di sucht bereits selbst seit 2011 in einem Modellprojekt nach Lösungen für die Beschäftigten. Auf Grund des demografischen Wandels ergeben sich neue Herausforderungen. Immer häufiger müssen Beschäftigte die Pflege und Betreuung von Angehörigen in ihre Berufstätigkeit integrieren. Hinzu kommt, dass der Altersdurchschnitt der Belegschaften kontinuierlich steigt und die Belastbarkeit der Beschäftigten sich verändert.

Deshalb hat ver.di ein Projekt zum demografischen Wandel in der betrieblichen Praxis begonnen. Die Beteiligten entwickeln Arbeitsbedingungen, die auf die Bedürfnisse alternder Beschäftigter abgestimmt sind, und die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf verbessern sollen. Inzwischen nehmen zwei Landkreise, drei Städte und zwei kommunale Wirtschaftsbetriebe am Projekt teil. Die Beschäftigten sind eingebunden, so dass ihre Interessen und Bedürfnisse unmittelbar einfließen können. Beim Allgemeinen Sozialen Dienst der Stadt Bochum wurden beispielsweise die Sprechzeiten reduziert. Dadurch haben die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter mehr Zeit für Dokumentationspflichten und weniger Stress. In den Technischen Betrieben Konstanz gibt es nun „Umstiegsarbeitsplätze“ für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Leistungsfähigkeit durch Krankheit eingeschränkt ist. In allen Projekten wurden moderierte Gesprächskreise für Beschäftigte eingerichtet, die Angehörige pflegen. Sie bieten die Möglichkeit, Erfahrungen und Informationen auszutauschen. Die Stadt Wolfsburg hat inzwischen „Gesundheitslotsen“ für die Stadtverwaltung qualifiziert. Sie haben Arbeitsabläufe und Tätigkeiten im Blick und überlegen, wo Probleme auftauchen oder abgestellt werden könnten.

Quelle: Beamten-Magazin 10/2012

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