Lebensarbeitszeit an der Belastung ausrichten; Andreas Schuster; Kommentar

Lebensarbeitszeit an der Belastung ausrichten

Andreas Schuster, GdP-Vorsitzender des Landesbezirks Brandenburg

Das Land Brandenburg beabsichtigt, für die Landesbeamten eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit von 65 auf 67 Jahre vorzunehmen. Auch unsere Polizeivollzugsbeamten, für die eine besondere Altersgrenze von 60 Jahren gilt, sollen davon betroffen sein. Aus diesem Grund führte die Gewerkschaft der Polizei (GdP), Landesbezirk Brandenburg, im April mit 70 Kolleginnen und Kollegen sowie zahlreichen Gästen aus Politik, Polizeiführung und Wissenschaft eine Fachtagung zu diesem Thema durch.

In einer regen Diskussion wurde herausgearbeitet, dass die besonderen Belastungen des Polizeiberufs, die eine Altersgrenze von bisher 60 Jahren rechtfertigten, weiterhin bestehen. Sie haben sogar zugenommen und werden auch weiterhin zunehmen. Der drastische Personalabbau, die damit verbundenen ständigen Reformen, Arbeitsverdichtung und das hohe Durchschnittsalter der Brandenburger Polizei verschärfen die Situation. Prof. Dr. Nachreiner berichtete von seinen Forschungsergebnissen, die belegen, dass bereits nach zehnjährigem Wechselschichtdienst unabhängig von altersbedingten Faktoren die Einschränkungen in der Dienstfähigkeit massiv zunehmen. Eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit ist danach nur verkraftbar, wenn die Belastungen der Beamtinnen und Beamten über die gesamte Dienstzeit betrachtet reduziert werden.

Eine auf „Verschleiß“ ausgelegte Personalpolitik können wir nicht akzeptieren. Die GdP fordert stattdessen, den Übergang in Pension und Rente für die Betroffenen flexibel zu gestalten. Für alle die, die gesundheitlich dazu in der Lage sind und ein dienstliches Interesse besteht, soll eine freiwillige Verlängerung der Lebensarbeitszeit ermöglicht werden. Für alle, die den Belastungen gesundheitlich nicht mehr vollumfänglich gewachsen sind, sollen Vorruhestands- und Altersteilzeitregelungen einen vorherigen Ausstieg erleichtern. Die Möglichkeit, dass die Betroffenen selbst flexibel ihren Ausstieg aus dem Erwerbsleben gestalten können, erhöht zudem die Berufszufriedenheit und Motivation. Das sollte auch für die Landesregierung ein nicht zu vernachlässigender Aspekt sein. (Siehe auch S. 10)

Quelle: Beamten-Magazin 05/2012

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