Wahlen entscheiden; Kommentar

Wahlen entscheiden

Der Personalabbau in der Bundesverwaltung hat tiefe Spuren hinterlassen. Viele Beschäftigte fühlen sich überfordert und klagen über gesundheitliche Beeinträchtigungen. Im Mittelpunkt der Belastungen steht ein immer höherer Leistungsdruck, der zu psychischen Störungen in bisher unbekannter Größenordnung in unserer Gesellschaft führt. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der demografischen Entwicklung durch eine fehlgesteuerte Personalpolitik ist die Frage gerechtfertigt, wie die Beschäftigten in dieser Situation angemessen vertreten werden können.

Dass sich das BMI das Gesundheitsmanagement auf die Fahne geschrieben hat, ist zu begrüßen, bedarf aber konsequenter und betrieblicher Umsetzung, woran es derzeit noch entscheidend mangelt. Aus gewerkschaftlicher Sicht reicht dieser Ansatz auch nicht aus. Wir fordern, in Ausbildung zu investieren und die Ausgebildeten zu übernehmen. Eine qualitative Personalentwicklung hört danach nicht auf, sondern setzt hierauf auf.

Dies einzufordern und Vorschläge zu entwickeln und die Dienststellen auf diesem Weg zu begleiten, ist vorrangige Aufgabe der Personalvertretungen. Sie sind die Motoren für die menschengerechte Gestaltung der Arbeitsbedingungen und für Initiativen Arbeitsstress zu vermeiden also für Gute Arbeit. Den in den kommenden Wochen stattfindenden Personalratswahlen kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Durchsetzungsfähige Personalräte brauchen starke Belegschaften. Eine hohe Wahlbeteiligung wäre hierfür der beste Beleg.

Achim Meerkamp,
Mitglied des ver.di-Bundesvorstandes

Quelle: Beamten-Magazin 02/2012

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