Personalpolitik soll sich auf ältere Beschäftigte ausrichten; Bund

Personalpolitik soll sich auf ältere Beschäftigte ausrichten

Die alters- und alternsgerechte Arbeitsgestaltung bekommt in der Bundesverwaltung in Zukunft größere Bedeutung. Das folgert die Bundesregierung aus ihrem Demographiebericht. Wie die Erhebung zeigt, sind die Beschäftigten in der Bundesverwaltung mit durchschnittlich 45 Jahren bereits älter als andere Erwerbstätige. Im Jahr 2025 wird der Anteil der über 50-Jährigen voraussichtlich auf 41,4 Prozent gewachsen sein.

„Der Anteil der älteren Beschäftigten wird noch verstärkt durch den haushaltsbedingten Personalabbau, den die Verwaltung als Beitrag zum Schuldenabbau zu erbringen hat", heißt es im Bericht. Bis 2014 sollen 10.000 Stellen wegfallen. „Der Spielraum für Neueinstellungen wird somit geringer", halten die Verfasser fest. Die Personalpolitik solle darauf ausgerichtet sein, die heutigen Beschäftigten zu binden und „vor allem auch die Belange älterer Beschäftigter in den Blick zu nehmen". Arbeitsgestaltung ist Teil dieser Politik. Laut Demographiebericht bietet die Bundesverwaltung eine Vielzahl von Möglichkeiten, um auf sich ändernde Anforderungen Rücksicht zu nehmen: Arbeitszeitmodelle, besondere Altersgrenzen, zusätzlichen Urlaub oder Sabbatjahre. Zu einer „demographiegerechten Personalpolitik" zählen die Verfasser außerdem Arbeitsschutz, Gesundheitsmanagement und lebenslanges Lernen. „Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen sorgen dafür, dass Beschäftigte in jeder Phase ihres beruflichen Lebens leistungsfähig bleiben", schreiben sie. Jungen Beschäftigten ebenso wie älteren sollen „über die gesamte Dauer der beruflichen Tätigkeit Entwicklungsperspektiven eröffnet werden". Personalentwicklung soll erkennen, wenn sich die Anforderungen an das nötige Fachwissen ändern und Fortbildungen sicherstellen. Lernbereitschaft und Lernfähigkeit sollen während des gesamten Berufslebens gewahrt bleiben. Vermeiden will die Bundesregierung, dass mit dem Ausscheiden älterer Beschäftigter aus dem Dienst „wertvolles Erfahrungswissen" verloren geht.

Der DGB bewertet die dargestellten Ziele positiv, die Belange der älteren Beschäftigten in den Blick zu nehmen und Gesundheitsmanagement zu einem festen Bestandteil der Personalpolitik zu machen. „Wir begrüßen, dass gewerkschaftliche Forderungen aufgegriffen werden", sagte die stellvertretende Vorsitzende Ingrid Sehrbrock. Mit Sorge sieht sie allerdings, dass die Zahl der Beschäftigten weiter sinken soll. Der Personalabbau, der laut Demographiebericht seit Anfang der 1990er Jahre die Zahl der Beschäftigten um 30 Prozent verringert hat, beeinträchtige langfristiges und gesundes Arbeiten. Sehrbrock führte die Untersuchung des DGB-Index Gute Arbeit an: 34 Prozent der befragten Beschäftigten im öffentlichen Dienst können sich nicht vorstellen, gesund in den Ruhestand zu gehen.

Quelle: Beamten-Magazin 11.-12/2011

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