Mirjam Muhs, Abteilung Beamte und öffentlicher Dienst beim DGB Bundesvorstand; Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

eine besonders starke Identifikation mit der eigenen Tätigkeit und eine hohe Arbeitsintensität, d. h. starker Zeitdruck, prägen die Arbeitsqualität der Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom DGB im Oktober 2011 unter dem Titel „Die Arbeitsqualität im öffentlichen Dienst aus Sicht der Beschäftigten" herausgegebene Sonderauswertung der Daten des DGB Index Gute Arbeit. Von vielen der befragten Beschäftigten wird die Arbeitsintensität als wesentliche Belastungsquelle wahrgenommen. Da wundert es nicht, dass stressinduzierte Beschwerden die Liste der arbeitsplatzbezogenen Gesundheitsbeschwerden deutlich anführen: Mehr als ein Drittel der befragten Beschäftigten im öffentlichen Dienst gab an, mindestens drei Mal pro Woche unter Rückenschmerzen zu leiden. Ebenso viele litten unter Erschöpfungszuständen. Gleichzeitig geht nur jeder Zweite davon aus, seine Tätigkeit unter den derzeitigen Arbeitsbedingungen bis zum Ruhestandsalter ausüben zu können. Die Sonderauswertung öffentlicher Dienst des DGB-Index Gute Arbeit macht deutlich: Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen, die als ressourcenarm und belastungsreich wahrgenommen werden, von den Beschäftigten bis zum Ruhestand ausgeführt werden. Daher ist die Qualität der Arbeitsbedingungen für den öffentlichen Dienst nicht zuletzt ein unverzichtbarer und beeinflussbarer Faktor im Rahmen der mittel- und langfristigen Personalplanung. Auf den Seiten 4 und 5 stellen wir Ihnen die wichtigsten Ergebnisse der Sonderauswertung öffentlicher Dienst des DGB-Index Gute Arbeit vor.

Mirjam Muhs
Abteilung Beamte und öffentlicher Dienst beim DGB Bundesvorstand

Quelle: Beamten-Magazin 10/2011

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