Dr. Karsten Schneider; Leiter der Abteilung Beamte und Öffentlicher Dienst beim DGB-Bundesvorstand; Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Probleme, welche der politischen Gestaltung bedürfen, werden immer vielfältiger und komplizierter. Gleichzeitig wird der öffentliche Dienst, dessen wichtigste Aufgabe diese politische Gestaltung ist, als Kostenfaktor in die Diskussion gebracht.

Die öffentliche Hand hat ihre Handlungsfähigkeit in der Finanzkrise gezeigt. Angesichts unausgewogener Sparanforderungen gerät diese allerdings unter Druck. Der öffentliche Dienst und seine Unternehmen leben zunehmend von der Substanz.

Um die Gestaltungsfähigkeit der öffentlichen Hand zu sichern und neuen Anforderungen anzupassen, benötigen wir eine Auseinandersetzung über die Qualität öffentlicher Leistungen: Welche schulische und außerschulische Bildung wird gebraucht? In welcher Form soll die öffentliche Sicherheit gestaltet werden? Welche Unterstützung wird durch kommunale Dienstleistungen benötigt, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern?

Es steht dabei nicht wenig auf dem Spiel. Wir ernten heute die Erträge der Bildungsinvestitionen der siebziger Jahre. Wir profitieren von einer noch stabilen öffentlichen Sicherheit. Wir wissen viele Leistungen der Daseinsvorsorge als selbstverständlich zu schätzen. Wenn seitens politischer Akteure einseitig über Kosten der öffentlichen Hand diskutiert wird, wird das der öffentlichen Aufgabe nicht gerecht.

Wir müssen heute in Personal und gute Arbeitsbedingungen investieren, um die Leistungsfähigkeit der öffentlichen Hand zu erhalten. Besoldung und Versorgung dürfen nicht nach Kassenlage erfolgen, sonst droht der öffentliche Dienst im Kampf um die guten Köpfe, welcher angesichts der demographischen Herausforderung zu führen ist, zu verlieren.

Dr. Karsten Schneider
Leiter der Abteilung Beamte und Öffentlicher Dienst beim DGB-Bundesvorstand

Quelle: Beamten-Magazin 09/2011

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