Unzufriedene Bundespolizisten; Bund

Unzufriedene Bundespolizisten

Unter Bundespolizisten herrscht einer Gewerkschaftsstudie zufolge große Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen. Ein Großteil der mehr als 40.000 Beschäftigten ist frustriert, wie die GdP nach Auswertung der Befragung feststellt. Der Vorsitzende Bernhard Witthaut kritisierte: „Zunehmender Sozialabbau und unaufhörliches Reformieren von Organisationsstrukturen zu Lasten unserer Kollegen verstärken die Verdrossenheit.“

Drei Viertel der 4.753 Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer bewerteten ihre Arbeitsbelastung als hoch oder sehr hoch. Stark belasten den Angaben zufolge vor allem Wochenenddienste, Mehrarbeit und Schichtdienst sowie die längerfristige Abordnung in andere Behörden und Regionen. Auch die beruflichen Rahmenbedingungen gaben Anlass zur Kritik: Nur ein Fünftel der Bundespolizisten bewertete im Fragebogen die Einsatz- und Dienstkleidung als gut oder sehr gut. Die Beförderungsbedingungen in der eigenen Laufbahn betrachtete nicht einmal jeder Zehnte als gut oder sehr gut.

Als eines der wesentlichen Probleme benannte die Studie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Neun von zehn Betroffenen leiden darunter, dass sie oft fern von der Familie eingesetzt sind. Jeder Zweite war schon einmal in der Situation, sich zwischen Familie und Karriere entscheiden zu müssen.

Prof. Gerd Strohmeier von der Technischen Universität Chemnitz, den die GdP mit der Untersuchung zur Berufszufriedenheit beauftragt hatte, sprach von einer „Großbaustelle Bundespolizei“. Die Studie zeige „eine sehr große Unzufriedenheit, deren Ursachen und Folgen die konsequente und zufriedenstellende Aufgabenerfüllung durch die Bundespolizei massiv beeinträchtigen könnten“. Die Mitarbeiterzufriedenheit sollte nach Auffassung der Wissenschaftler zum Organisationsziel der Bundespolizei erklärt werden. Die GdP bezeichnete es als alarmierend, dass nur 39 Prozent der Befragten sich wieder für den Dienst entscheiden würden. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) solle die Probleme zur Chefsache machen.

Zur Teilnahme an der Studie „Klartext 2010“ hatte die GdP vergangenes Jahr ihre 19.481 in der Bundespolizei beschäftigten Mitglieder aufgerufen.

Quelle: Beamten-Magazin 05/2011

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