Ingrid Sehrbrock, Stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes; Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Beamtinnen und Beamte arbeiten im öffentlichen Dienst. Klar. Wo denn auch sonst? Seit Mitte der neunziger Jahre ist diese Frage nicht mehr ganz so eindeutig zu beantworten. Privatisierung und Liberalisierung im öffentlichen Dienst schreiten voran. Das bedeutet, auch die Beschäftigten selbst finden sich in einem neuen Umfeld wieder, das sich radikal verändert hat. Das gilt für die Bahn ebenso wie für weite Bereiche der Energieerzeugung, der Ver- und Entsorgung und der Post- und Telekommunikationsdienstleistungen. Besonders interessant ist, wie es den Beamtinnen und Beamten ergeht, die gleich mit „privatisiert“ wurden. Die Juli-Ausgabe unseres Magazins nimmt deshalb die Beamtinnen und Beamten bei der Deutschen Bahn AG in den Blick. Sie leisten ihren Dienst in einem erwerbswirtschaftlich ausgerichteten Unternehmen und stehen dennoch weiter im Staatsdienst. In diesem Zusammenhang stellen der Vorsitzende der Gewerkschaft TRANSNET Alexander Kirchner und der Vorsitzende der Verkehrsgewerkschaft GDBA Klaus-Dieter Hommel dar, wie sie ihre künftige Zusammenarbeit und deren Nutzen für die Beschäftigten der Deutschen Bahn AG – Beamte und Arbeitnehmer – bewerten. Ich kann mich den Worten Alexander Kirchners nur anschließen: Gemeinsam können wir mehr erreichen. Das gilt vor allem in einer Zeit, in der die Tarifeinheit erneut Gegenstand politischer Debatten geworden ist. Dass sich der DGB allerorten für die Beamtinnen und Beamten einsetzt, wird in den gegenwärtigen Auseinandersetzungen um die Sonderzahlungen – das Weihnachtsgeld der Beamtinnen und Beamten – deutlich. Für uns steht fest: Durch Einkommenskürzungen bei den Beamtinnen und Beamten kann man die Krise nicht bewältigen.

Ingrid Sehrbrock
Stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes

Quelle: Beamten-Magazin 07/2010

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