Anwalt der Natur; Martin Schwenninger; Porträt

Anwalt der Natur

Im Porträt: Martin Schwenninger, Revierförster und Naturschutzwart

Eigentlich hat Martin Schwenninger zwei Berufe: Einerseits ist er als Revierförster beim Landratsamt Waldshut beschäftigt. Andererseits arbeitet er als hauptamtlicher Naturschutzwart, kurz Ranger genannt, beim gleichen Arbeitgeber. Beide Tätigkeiten ergänzen sich gut und greifen sinnvoll ineinander, denn Schwenningers Revier ist die rund 30 km lange Wutachschlucht im Schwarzwald. In dem hochwertigen Naturschutzgebiet geht es nicht nur um die klassischen Aufgaben des Revierförsters – den Wald nützen und schützen. Die Auflagen der Naturschutzverordnung verbreitern das Aufgabenspektrum: Die Artenvielfalt soll erhalten bleiben, etwa 1.200 Pflanzenund rund 10.000 Tierarten müssen geschützt werden. Deshalb plant der Forstingenieur nicht nur den Holzeinschlag mit dem Ziel der Verwertung, sondern entscheidet in Abstimmung mit externen Beratern auch, wo Hänge der Wutachschlucht gerodet werden müssen. Der Wanderfalke, der auf der Roten Liste gefährdeter Arten steht, fliegt nämlich nur den freien Fels an und wo er den nicht mehr findet, ist sein Lebensraum bedroht. Als Naturschutzwart berät Schwenninger seine Kollegen und steht auch dem Tourismus als Berater zur Seite, er ist Ansprechpartner für die Belange der Kommunen und erstellt Pflege- und Managementpläne. „Der Försterberuf ist sehr schön“, sagt der 52-Jährige, „aber noch schöner ist der des Naturschützers.“ Und weil der Naturschutz häufig nur als Verhinderer wahrgenommen werde, gehe es ihm auch darum, Naturschutzpolitik nach außen zu vermitteln. Auf geführten Wanderungen zeigt Schwenninger Erwachsenen und Kindern „seinen“ Wald, erzählt seine Geschichte, erklärt seine Funktion. Er erläutert die Maßnahmen, die zum Schutz von Fauna und Flora ergriffen werden und warum. Schwenninger wirbt für Verständnis. Besondere Freude mache das mit Kindern, die am Ende einer Wanderung nach bestandenem Test mit stolz geschwellter Brust eine Urkunde und ihr Junior-Ranger-Abzeichen entgegennähmen. „Nicht Strafen ist das Ziel“, erklärt Schwenninger, „sondern aufklären. Mit einem Lob erreiche ich mehr als mit dem Strafzettel.“

Quelle: Beamten-Magazin 11/2009



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