GEW; Offensive für gute Hochschullehre; Gewerkschaften

Offensive für gute Hochschullehre

Die Förderung der Spitzenforschung durch die „Exzellenzinitiative“ ist dem Bund 1,4 Milliarden Euro wert, Sicherung und Ausbau der Studienplätze nach dem „Hochschulpakt 2020“ dagegen nur 438 Millionen. Mit ein Grund dafür, dass die GEW mit einer Initiative die Qualität der Hochschullehre in den Mittelpunkt stellt nach dem Motto: Hochschulpolitik darf nicht nur Forschungs-, sondern muss auch Bildungspolitik sein.

Die aktuelle Politik von Bund und Ländern vertieft die falsche Prioritätensetzung zu Lasten der Hochschullehre, heißt es in einem Beschluss des GEW-Hauptvorstands vom Juni dieses Jahres. Sie fordert eine bedarfsgerechte Finanzierung der Hochschulen. Jahr für Jahr fehlten 2,3 Milliarden Euro, um allen Studienberechtigten einen Studienplatz und gute Studienbedingungen zu ermöglichen. Deshalb sollen in einem „Hochschulpakt II“ bis 2020 Hochschulen so ausgebaut werden, dass für 2,7 Millionen Studierende Studienplätze vorhanden sind.

Deutsche Lehrgemeinschaft gefordert

Nach Auffassung der GEW reicht die Vergabe von Preisen für gute Lehre nicht aus, gebraucht würde eine strukturelle Verankerung von Anreizen für gute Lehre im Hochschulfinanzierungssystem. Aus diesem Grund schlägt die Gewerkschaft die Einrichtung einer Deutschen Lehrgemeinschaft vor, die gemeinsam von Hochschulen, Lehrenden und Studierenden getragen und verwaltet und von Bund und Ländern finanziert wird. Richtgröße für die zur Verfügung zu stellenden Gelder müsste der Finanzierungsumfang der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sein, so die GEW.

Und noch ein Punkt wird in dem Papier angesprochen: Die GEW fordert eine Entschleunigung des Bologna-Prozesses, einen Kurswechsel. Die Bachelor- und Masterstudiengänge, die Modularisierung und das Anrechnungspunktesystem sollten die Studierbarkeit und -freiheit stärken statt sie in Frage zu stellen.

Quelle: Beamten-Magazin, Ausgabe 07/2008

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