Arbeits- und Gesundheitsschutz spezial; Fit bleiben im Büro; Service

Arbeits- und Gesundheitsschutz spezial

Fit bleiben im Büro

17 Millionen Menschen verbringen ihren Arbeitstag in Büros. Während eines Berufslebens kommen so schnell 80.000 Stunden im Sitzen zusammen. Auch die Fahrten vom Arbeitsplatz nach Hause und Geschäftsreisen verbringen wir überwiegend sitzend: in Bussen, Bahnen oder Autos. Die Freizeit gestalten wir sitzend vor dem Fernseher oder Computer. So sind es gut und gerne 14 Stunden am Tag, die ein Erwachsener im Sitzen verbringt.

Entgegen landläufiger Meinung ist Büroarbeit allerdings keine belastungsarme oder gesundheitsschonende Tätigkeit. Herz-Kreislauf-Probleme, Rücken- und Kopfschmerzen, Beschwerden im Nacken- und Schulterbereich, Handgelenksentzündungen usw. mehren sich. Mit dem Einzug der computergestützten Informations- und Kommunikationstechnik sind Probleme wie psychische Belastungen und Augenbeschwerden hinzugekommen. Mittlerweile verzeichnen die kaufmännisch-verwaltenden Berufe die größte Zahl krankheitsbedingter Ausfalltage.

Neuere Ansätze der betrieblichen Gesundheitsförderung gehen deshalb davon aus, dass der Arbeitsplatz nicht „nur" der Ort ist, wo es Unfälle zu verhüten und Krankheiten zu vermeiden gilt. Eine menschengerechte Arbeitsgestaltung fördert Gesundheit und Motivation der Beschäftigten. Einige Anregungen, wie gute Arbeit aussehen kann, gibt eine Broschüre der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Zusammenarbeit mit der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA).

Zum Beispiel: Der „bewegte" Arbeitsplatz

Die Arbeit sollte so gestaltet sein, dass Körperhaltungs- und damit Belastungswechsel in den Arbeitsablauf integriert sind. Möglich wird das durch:

- Mischarbeit, also die Anreicherung und Erweiterung der Bildschirmarbeit mit anderen Aufgaben, z. B. Telefonieren, Besprechungen, Kopieren, Botengänge usw.
- Einen leicht höhenverstellbaren Steh-Sitzarbeitstisch, der das Arbeiten im Sitzen und im Stehen ermöglicht.
- Die „Verbannung" häufig gebrauchter Utensilien aus greifbarer Nähe.

Schon zwei bis vier Haltungswechsel fördern nachweislich die Gesundheit, indem sie den Kreislauf anregen und Verspannungen vorbeugen. Dabei ist ein häufiger kurzer Haltungswechsel besser als lange Sitz- oder Stehphasen.

Zum Beispiel: Licht ins Dunkel bringen

Für rund 30 Prozent der Bildschirmbeschäftigten gehören Augenbeschwerden zum Alltag, einzelne Umfragen beziffern die Zahl sogar auf 50 Prozent. Deshalb sollten Büroarbeitsplätze vorrangig fensternah angeordnet werden. Als ergonomisch optimal hat sich eine Mischung aus Allgemeinbeleuchtung und individuell einstellbarer Einzelplatzbeleuchtung erwiesen. Außerdem ist Bildschirmarbeit Schwerarbeit für die Augen. Je nach Tätigkeit wandert der Blick Untersuchungen zufolge 12.000 und 33.000 Mal vom Bildschirm zur Vorlage und zurück. Und die unterschiedlichen Helligkeiten provozieren immerhin zwischen 4.000 und 17.000 Pupillenreaktionen pro Tag. Deshalb sollten die vorgeschriebenen Kurzpausen dafür genutzt werden, den Blick schweifen zu lassen oder ein wenig Augengymnastik zu machen.

Zum Wohlbefinden im Büro gehört auch eine gewisse Geräuscharmut. Um Konzentrationsschwächen vorzubeugen, sollte ein Lärmpegel von 55 dB(A) nicht überschritten werden. Das entspricht ungefähr der Lautstärke eines normalen Gesprächs. Und wem das alles noch nicht reicht, kann sich seinen persönlichen Fitnesstrainer als Bildschirmschoner auf den Schreibtisch holen: www.diepraevention.de (bewegungs.coach).

Mehr Informationen:

Aus: „Wohlbefinden im Büro – Arbeits- und Gesundheitsschutz bei der Büroarbeit", hrsg. von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, 5. Aufl., Dortmund 2007. Weitere Informationen: www.inqa.de.

Quelle: Beamten-Magazin, Ausgabe 05/2008

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