Beschäftigte spüren die Wirtschaftskrise; Gewerkschaften

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Beschäftigte spüren die Wirtschaftskrise

Der Report 2010 des DGB-Index Gute Arbeit liegt vor. Ausgewertet wurden über 4.000 Fragebogen, in denen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Antworten gaben z. B. zu Qualifizierung, Aufstiegschancen, Führungsqualität, Betriebskultur, Kollegialität, Sinngehalt der Arbeit, Arbeitszeitgestaltung und -intensität oder berufliche Zukunftsaussichten und Einkommen.

Wie beurteilen Beschäftigte die Arbeitswelt unter den Bedingungen der Wirtschaftskrise? Die durchschnittliche Arbeitsqualität erreicht mit 59 Indexpunkten ein unverändertes Niveau: Sie liegt im unteren Mittelfeld – 10 Punkte über der „schlechten Arbeit“, 21 Punkte unter den Anforderungen für „gute Arbeit“. Fast die Hälfte der Beschäftigten ist von krisenbedingten Änderungen der Arbeitsgestaltung betroffen, am stärksten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Metallindustrie. In hohem Maß wird von den von Lohnkürzungen Betroffenen angegeben, dass die Lohngerechtigkeit weiter abnehme. Trotz Kurzarbeit und Überstundenabbau arbeiten Krisenbetroffene länger als nicht betroffene Beschäftigte: durchschnittlich 44 Stunden in Vollzeit, 26 Stunden in Teilzeit.

Für das Krisenjahr 2010 weist der Report außerdem aus, dass der Anteil der Beschäftigten, die Betriebs- und Personalräten (für 33 Prozent „sehr wichtig“; 2009: 20 Prozent) sowie Tarifverträgen (für 43 Prozent „sehr wichtig“; 2009: 30 Prozent) große Bedeutung beimessen, deutlich gestiegen ist.

Bemerkenswert sind auch die Ergebnisse zur Zukunftserwartung. Zwischen 2007 und 2009 sank die Skepsis der Beschäftigten, bis zur Rente arbeiten zu können. Von 2009 auf 2010 stieg sie jedoch wieder an. Von Beschäftigten, die unter Krisendruck gerieten, rechnen nur 22 Prozent damit, bis zur Rente durchzuhalten, 59 Prozent glauben nicht daran.

Quelle: Beamten-Magazin 01/2011

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