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DGB gegen längere Arbeitszeit für junge Beamte
Der DGB Baden-Württemberg lehnt die Pläne der Landesregierung ab, Beamtinnen und Beamte vorübergehend länger arbeiten zu lassen. Landeschef Nikolaus Landgraf bezeichnete das von Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) erwähnte „Vorgriffsstundenmodell“ als kontraproduktiv. Zur Sanierung des Haushalts sollen junge Beamtinnen und Beamte mehr als 41 Stunden pro Woche arbeiten. Die Einsatzbelastung und Arbeitsverdichtung lasse schon aus gesundheitlichen Gründen keine höhere Arbeitszeit zu, sagte Landgraf. Das Vorgriffsstundenmodell konterkariere das Programm der Landesregierung zur Gesundheitsprävention. Vermeintliche Einsparungen müssten später zwangsläufig investiert werden, um die Beamtinnen und Beamten gesund zu halten. Auch familienpolitisch sei das Modell kontraproduktiv. Schon bei einer Tätigkeit von 41 Wochenstunden seien Familie und Beruf schwer zu vereinbaren. Es zeuge von wenig Weitblick, dass ausgerechnet Menschen in der Familiengründungsphase länger arbeiten sollen. Landgraf befürchtet, dass das Modell zu Stellenstreichungen führen werde, da Mappus Geld sparen wolle. Mit dem alten Vorgriffsstundenmodell aus den 1990er Jahren habe der Vorschlag nichts zu tun. Die Initiative, die auf die GEW zurückging, habe mit dazu gedient, rund tausend Lehrkräfte einzustellen.
Quelle: Beamten-Magazin 12/2010