Demontage im Königreich; Gewerkschaften

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Demontage im Königreich

Die britische Regierung hat am 20. Oktober 2010 ihren Haushaltsplan bis 2015 vorgestellt. Herausragend sind die geplanten Kürzungen im öffentlichen Dienst. 490.000 Stellen sollen gestrichen werden. Rund 350.000 Frauen würden nach Schätzungen davon betroffen sein.

Ziel des gesamten Sparpakets ist es, das Haushaltsdefizit bis 2015 auszugleichen. Die Ausgaben der öffentlichen Haushalte sollen bis dahin um 46,6 Prozent gekürzt werden. Löhne und Gehälter im öffentlichen Dienst werden für alle, die mehr als 23.900 Euro im Jahr verdienen, in den kommenden Jahren eingefroren. Beschäftigte mit einem Einkommen, das darunter liegt – immerhin 67 Prozent der Beschäftigten –, erhalten bis 2015 eine Erhöhung ihrer Bezüge um 285 Euro. Auch Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich soll dazu beitragen, Kosten zu senken. Darüber hinaus soll der private Sektor, vor allem gemeinnützige Organisationen, mehr Aufgaben der öffentlichen Verwaltung übernehmen und damit neue Jobs schaffen. So möchte die Regierung in der Zukunft eine hohe Arbeitslosigkeit unter den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes vermeiden.

Nach Ansicht der Gewerkschaft für den öffentlichen Dienst in Großbritannien UNISON wird sich dieses Vorgehen negativ auf die Qualität der öffentlichen Dienstleistungen auswirken. Nach Schätzungen der Gewerkschaft bedeutet der massive Stellenabbau im öffentlichen Dienst auch, dass die Regierung in den kommenden Jahren mit Steuerverlusten von bis zu 5,2 Milliarden Euro rechnen muss. Außerdem besteht die Sorge, dass sich die Wirtschaft langsamer erholen, die Wirtschaftsentwicklung dauerhaft stagnieren und die Arbeitslosigkeit im Land auf hohem Niveau verfestigen wird. Landesweit sind die Beschäftigten zu ersten Protestaktionen auf die Straße gegangen, für das Frühjahr sind Massenproteste geplant.

Quelle: Beamten-Magazin 11/2010


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