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„Unterrichten ist das Wichtigste"
Im Porträt: Andrea de Groot, Studienrätin
Am 23. August beginnt für Andrea de Groot das neue Schuljahr … und sie ist voller Erwartungen, was es wohl bringen möge. Nach einem Jahr an der Anna-Freud-Oberschule in Berlin bereut sie ihren Entschluss, sich in der Hauptstadt beruflich neu orientiert zu haben, nicht. Vom Wilhelm-Normann-Berufskolleg in Herford mit gewerblich-technischer Ausrichtung ist de Groot 2009 an das Oberstufenzentrum für Sozialwesen gewechselt. Im westfälischen Herford lernte die mehrheitlich männliche Schülerschaft alles rund um den Bau eines Hauses und dessen Ausstattung. Als Klassenlehrerin mehrerer Klassen unterrichtete de Groot die Fächer Farbtechnik und Raumgestaltung sowie Politik. Heute sitzen der Studienrätin überwiegend Mädchen und junge Frauen gegenüber, die unterschiedliche Bildungswege gegangen sind und sich an der Anna-Freud-Oberschule auf verschiedenen Wegen weiterqualifizieren.
Vom mittleren Schulabschluss über die allgemeine Hochschulreife bis zur Doppelqualifikation mit Abitur und staatlicher Anerkennung als Erzieherin ist vieles möglich. Andrea de Groot fühlt sich wohl an ihrer neuen Schule, besonders die Fachschulklassen zu unterrichten, sei „supertoll, weil alle ihre eigene Geschichte mitbringen. Da gibt es z. B. auch die Mutter, die mal für zehn Minuten verschwindet, weil sie ihrem Kind die Tür aufschließen muss", erzählt die 42-Jährige. Sie beeindrucke, wie sehr die Schülerinnen und Schüler den Wert von Bildung zu schätzen wüssten. „Die wissen, was sie wollen." Bei Andrea de Groot war das nach dem Abitur nicht ganz so klar. Es war ihr Berufsschullehrer Lorenz Göbel, der ihr nach der Ausbildung zur Schauwerbegestalterin das Studium der Fächer Farbtechnik und Raumgestaltung in Kombination mit Politik für das technisch-wissenschaftliche Lehramt nahegelegt hatte: „Du wirst Lehrerin. Wir brauchen Leute wie dich", waren seine Worte und de Groot bedauert nicht, dass sie seinem Rat gefolgt ist. 2007 hat de Groot nach einer neuen Herausforderung gesucht … und sie in einem weiteren Studium gefunden. An der Uni Paderborn hat sie im gleichen Jahr begonnen, Kunst zu studieren und das Studium 2009 mit dem 1. Staatsexamen abgeschlossen. An der Anna-Freud-Oberschule unterrichtet sie heute Kunst, Politik und Soziologie und schwärmt von der nicht ganz alltäglichen Fächerkombination: „Jedes politische Thema lässt sich künstlerisch verarbeiten."
Quelle: Beamten-Magazin 08/2010