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Neue Gewerkschaft im Blick
Für die TRANSNET ist das neue Jahr „das Jahr der Entscheidungen". Neben den tarif- und verkehrspolitischen Herausforderungen wird es auch um die organisationspolitische Entscheidung gehen, ob TRANSNET und die Verkehrsgewerkschaft GDBA eine neue Gewerkschaft gründen. TRANSNET und GDBA werden diesen Prozess zur Gründung gemeinsam vorantreiben. „Wir werden die Vorbereitungen mit der nötigen Sorgfalt betreiben und das Vorhaben überlegt, aber ambitioniert angehen", unterstrich der TRANSNET-Vorsitzende Alexander Kirchner. Beschäftigte aller Berufsgruppen unterschiedlicher Weltanschauung in einer Gewerkschaft zu binden, sei – getreu dem Grundsatz „ein Betrieb – eine Gewerkschaft" – immer auch Ziel der TRANSNET gewesen. Auf dem Gewerkschaftstag der GDBA am 10. Dezember hatten 106 von 107 Delegierten für eine Zusammenarbeit mit der TRANSNET gestimmt. Daraufhin sah sich der Deutsche Beamtenbund (dbb) als Dachverband veranlasst, die GDBA wegen Verstoßes gegen die Satzung auszuschließen. Dieser Rauswurf war – wie das Landgericht Berlin noch vor den Weihnachtsfeiertagen entschieden hat – rechtswidrig. Der Deutsche Beamtenbund musste danach alle bereits getroffenen Entscheidungen umgehend rückgängig machen. Sämtliche Mitgliederrechte der Verkehrsgewerkschaft GDBA aus ihrer Mitgliedschaft müssen gemäß einstweiliger Verfügung bis zum etwaigen Vollzug einer Verschmelzung mit der Gewerkschaft TRANSNET aufrechterhalten werden. Für TRANSNET-Chef Kirchner ist der Gründungsprozess die „logische Antwort auf Fragen der gesellschaftlichen Entwicklungen". Die Spaltung der Beschäftigten werde auf lange Sicht keiner Berufsgruppe helfen. Jede Berufsgruppe brauche auch die Unterstützung und Solidarität der anderen, um auf Dauer erfolgreich gegenüber Unternehmen und Politik zu sein. Nötig sei daher eine „breit gefächerte solidarische Interessenvertretung".
Quelle: Beamten-Magazin 01/2010