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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
gestern konnte ich richtig lange arbeiten: Meine Tochter ist auf Kitafahrt. Es ist ihre fünfte (und letzte) in vier Kitajahren. Auch sonst ist meine Tochter viel unterwegs:
am Gruppentag, beim Naturforscherausflug, zum Büchereibesuch. Immer wieder bringe ich meine Wertschätzung für die gute Arbeit und das hervorragende Engagement der Erzieherinnen durch ein herzliches Dankeschön oder kleine Zeichen der Anerkennung zum Ausdruck. Aber jetzt sind die öffentlichen Arbeitgeber am Zug. Erzieherinnen und Erzieher verdienen mehr! Mehr Geld und besseren Gesundheitsschutz. „Eure Forderungen sind berechtigt“, unterstützte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen die Demonstrantinnen in Köln. In unserem Länderaufmacher haben wir uns die Forderungen der Beschäftigten in den Sozial- und Erziehungsdiensten genauer angesehen (s. Seite 11).
Auch über den Bereich der frühkindlichen Bildung hinaus gilt: Daseinsvorsorge und öffentliche Dienste sind mehr wert. Mehr jedenfalls, als in den Sonntagsreden zum „Tag des öffentlichen Dienstes“ beifällig erwähnt zu werden. Ohne die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes sind, so formuliert es Bundesinnenminister Schäuble im Gast beitrag auf Seite 10, „ein funktionierendes Staatswesen und ein freiheitlicher Rechtsstaat undenkbar“. Und ein funktionierendes Gemeinwesen ebenso sehr, möchte man ergänzen. Nach der Bedeutung des öffentlichen Dienstes für unsere Gesellschaft haben wir auch den Ökonomen Achim Truger gefragt (s. Seite 18). Sein Fazit: Der öffentliche Dienst muss wieder eine größere Rolle spielen.
Silke Raab
Referatsleiterin für
Modernisierung des öffentlichen Dienstes
Quelle: Beamten-Magazin 6/2009