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… dass keiner unter die Räder kommt
Im Porträt: Ulf Stenull, Bahnübergangsbeobachter
Ungeachtet blinkender Ampeln im Andreaskreuz und der Signaltöne, die einen Zug ankündigen, wollen viele Autofahrer noch schnell die Gleise überqueren. Dabei unter schätzen sie häufig die Zeit, und die Schranken senken sich. In der Selmiger Heide bei Hamm ist es Ulf Stenull, der das Senken der Ausfallbäume dann noch stoppen kann, damit die Verkehrsteilnehmer genügend Zeit haben, den Gefahrenbereich zu verlassen. Ulf Stenull ist einer von rund 45.000 zugewiesenen Beamten bei der DB AG. Der Beamte im einfachen Dienst hat 1966 als Jungwerker bei der damaligen Bundesbahn angefangen. Nach der Ausbildung verschlug es ihn zum Rangierdienst. Ein Arbeitsunfall zwang ihn, mit dieser Tätig keit aufzuhören. „Die Ärzte sprachen damals von Zwangspensionierung“, erinnert sich Stenull. Weil der Kleinlokführer aber die nötige zusätzliche Ausbildung vorweisen konnte, hat er vier Jahre auf kleineren Stellwerken in der Umgebung von Hamm gearbeitet. Nachdem es mit der verletzten Hand besser geworden war, nahm er seinen früheren Job wieder auf. Seit 1985 versieht der 57-Jährige seinen Dienst auf dem Stellwerk in der Selmiger Heide. Neben dem Fahrdienstleiter ist er dort als Bahnübergangsbeobachter, kurz BÜ-Beobachter, tätig. Hier muss Stenull am Monitor vier Bahnübergänge ständig im Blick behalten. „Bei hohem Verkehrsaufkommen oder Bauarbeiten sind die BÜ-Beobachter eine große Hilfe für den Fahrdienstleiter“, erläutert Stenull. Kündigt sich ein Zug an, kontrolliert er, ob die Bahnübergänge gesichert sind. Dann meldet er der Leitstelle per Knopf druck, dass alles in Ordnung ist. „Bei einem Bahnübergang, bei dem öfters langsame landwirtschaftliche Fahrzeuge die Gleise überqueren, wurden auch schon mal die Schranken mitgenommen“, sagt der Familienvater. Aber glücklicherweise sei noch nichts Schlimmeres passiert. Eine andere Gleisüberquerung erfordere nicht minder viel Aufmerksamkeit. Diese werde von Schülerinnen und Schülern einer nahe gelegenen Schule genutzt. „Hier ist besonders viel Augenmaß erforderlich, damit niemand zu Schaden kommt“, sagt Stenull.
Quelle: Beamten-Magazin 01/2009