Aus der Gefühlswelt der Polizei; Literaturtipp

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Aus der Gefühlswelt der Polizei

Das schwer verletzte Kind, das Entführungsdrama, Überfälle – Polizistinnen und Polizisten können immer wieder mit Grenzsituationen konfrontiert sein. Schlimme Not und extreme Gefühlslagen bleiben nicht ohne Einfluss auf die eigenen Emotionen. Wie gehen Polizeikräfte mit solchen Erlebnissen um? Welchen psychischen und physischen Belastungen sind sie ausgesetzt? Inwiefern wirken sich diese auf die private Lebenswelt aus? Diesen Fragen widmet sich die Soziologin Peggy Szymenderski. Sie interviewte 23 Polizisten und 16 Polizistinnen, die in unterschiedlichen Bereichen wie Streifendienst, Ermittlungsdienst, Stabsbereich oder Kriminalpolizei tätig sind. Von 13 Befragten arbeitet auch der Partner bzw. die Partnerin bei der Polizei. „Meine Erfahrungen im Feld und die erste Auswertung der Interviews zeigen, dass es im Erleben und im Umgang mit Gefühlen bei der Polizei keine klassischen Geschlechterunterschiede gibt“, berichtet Szymenderski. „Es lässt sich nicht sagen, dass Frauen emotionaler sind als Männer.“ Allerdings haben Emotionen in der Polizei als eine bürokratische Organisation nicht viel Platz. „Daher stimmen das Empfinden und Erleben der Polizisten oftmals nicht mit der bürokratischen Logik überein, wodurch Polizisten immer wieder in konfliktträchtige Situationen geraten, die sie bewältigen müssen“, berichtet die 29-Jährige. Mit dieser qualitativen Untersuchung soll der Umgang von Polizeikräften mit emotionalen Wechselwirkungen und Spannungen typisiert, unterschiedliche Praktiken zur Bewältigung von Gefühlen herausgearbeitet und ein Beitrag zur Polizeiforschung geleistet werden. Das Forschungsprojekt soll dazu beitragen, die Arbeitsbedingungen von Beamtinnen und Beamten im Polizeidienst zu verbessern. Gefördert wird das Projekt von der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Für weitere Information:

Peggy Szymenderski, Telefon: 0371 531-35561, E-Mail: Peggy.Szymenderski@phil.tu-chemnitz.de

Quelle: Beamten-Magazin: 12/2008



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