Gesunde Arbeitsbedingungen für gute Arbeit – DGB unterzeichnet Gesundheitsmanagementvereinbarung; Beamten-Magazin 01/2010


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Gesunde Arbeitsbedingungen für gute Arbeit

DGB unterzeichnet Gesundheitsmanagementvereinbarung

Die vom DGB lange angestrebte Vereinbarung über ein Gesundheitsmanagement für die Bundesverwaltung ist unter Dach und Fach. Am 10. Dezember 2009 unterzeichneten die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock, der stellvertretende Bundesvorsitzende des dbb beamtenbund und tarifunion Heinz Ossenkamp und Innenstaatssekretär Dr. Hans Bernhard Beus die „Gemeinsame Initiative zur Förderung des Gesundheitsmanagements in der Bundesverwaltung“. Die Umsetzung der vereinbarten Ziele soll Gegenstand im Konsultationskreis für die Modernisierung der Bundesverwaltung sein.

Arbeitsbedingungen dürfen nicht krank machen

Das zentrale Anliegen der Gemeinsamen Initiative ist die Umsetzung eines Gesundheitsmanagements in den Betrieben und Behörden der Bundesverwaltung. Alle betrieblichen und behördlichen Prozesse, die dem Erhalt und der Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Beschäftigten dienen, sollen bewusst gesteuert und integriert werden. Um die Gesundheit der Beschäftigten gezielt fördern zu können, müssen die Arbeitsbedingungen – da sind sich die Partner einig – so gestaltet werden, dass sie nicht krank machen. Dafür müssten die Ursachen arbeitsbedingter Erkrankungen bekannt sein. Deshalb ist ein wichtiges Ziel der Vereinbarung, Ursachen zu erforschen und Bedarfe zu ermitteln.

Ursachenanalyse und differenzierte Gesundheitsberichterstattung

Die Ursachen zu kennen, ist aus Sicht der Gewerkschaften auch deshalb wichtig, damit über den Krankenstand vorurteilsfrei debattiert werden kann. Über die Gründe für den vergleichsweise hohen Krankenstand in der Bundesverwaltung kann nämlich nur spekuliert werden, da die Ursachen nicht analysiert werden. Der DGB hat stets kritisiert, dass die Krankenstandsberichte der Vergangenheit lediglich Aussagen über den Ist-Zustand gemacht haben. Die Bundeskommission für Beamtinnen und Beamte des DGB hat bereits 1997 darauf hingewiesen, dass die Differenzierung nach Status, Laufbahngruppen und Bundesbehörden wenig hilfreich sei. Eine Differenzierung etwa nach wechselschichtbezogenen Arbeitsunfähigkeitsfällen, altersbezogener Dauer der Arbeitsunfähigkeit und Dauer der Arbeitsunfähigkeit aufgrund einzelner Diagnosearten wäre aussagekräftiger. Von besonderer Bedeutung sei außerdem, dass der Altersdurchschnitt der Belegschaft ständig steige. In den kommenden zehn Jahren geht ein erheblicher Teil der Beschäftigten in Rente oder Pension. Die Arbeitsfähigkeit der älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müsse daher weitaus stärker als bisher in den Blick genommen werden. Es gebe also etliche Ansatzpunkte, wie der Erkenntniswert der regelmäßigen Gesundheitsberichterstattung verbessert werden könnte.

DGB: Klare Zuständigkeiten und klare Verantwortung

DGB und Gewerkschaften haben in den Verhandlungen über die Vereinbarung immer wieder betont, dass die Umsetzung eines integrierten Gesundheitsmanagements klare Zuständigkeiten voraussetzt. Alle Prozesse der betrieblichen Gesundheitsförderung müssen gezielt gesteuert werden können. Gesundheitsmanagement ist deshalb laut Vereinbarung Aufgabe des Arbeitgebers bzw. Dienstherrn und Gesundheitsförderung Aufgabe aller Führungskräfte. Arbeitgeber bzw. Dienstherren und Personalvertretungen können Dienstvereinbarungen zum Gesundheitsmanagement in ihrer Behörde schließen, die konkrete Maßnahmen beinhalten. Solche Vereinbarungen werden durch die Gemeinsame Initiative ausdrücklich unterstützt. Die Reaktionen vieler ehrenamtlicher Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter nach der Unterzeichnung haben gezeigt, dass dieser Aspekt für ihre Tätigkeit als Betriebs- oder Personalräte eine wichtige Rolle spielt.

Auftakt zur Umsetzung der Initiative

Nach der Unterzeichnung gilt es, die Vereinbarung umzusetzen. Das Gesundheitsmanagement wird im Konsultationskreis für die Verwaltungsmodernisierung im Bund diskutiert werden. Dadurch bleibt die Gesundheitsförderung auf der Tagesordnung und die Gewerkschaften können auf die Maßnahmen zur Umsetzung des Gesundheitsmanagements direkt Einfluss nehmen. Die Verhandlungspartner werden zudem in vertiefenden Gesprächen spezifische Aspekte erörtern. Hierzu zählt u. a. das Themenfeld
„Krankenstand“. Während das Bundesinnenministerium die Senkung des Krankenstandes in der Bundesverwaltung in den Mittelpunkt stellt, will der DGB zunächst die Gesundheitsbelastungen genauer analysieren und Strategien entwickeln, wie die gesundheitliche Situation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbessert werden kann. Für den DGB ist deshalb besonders wichtig, dass die Beschäftigtenperspektive von vornherein einbezogen wird. Er schlägt deshalb vor, den DGB-Index „Gute Arbeit“ als Analyseinstrument zu verwenden. Der DGB wird den Umsetzungsprozess mitgestelten und setzt auf eine gute Zusammenarbeit, um die in der Gemeinsamen Initiative vereinbarten Ziele zu erreichen.

Weitere Information:

Der DGB hat in Zusammenarbeit mit dbb und BMI eine Broschüre erstellt. Sie enthält neben dem Vereinbarungstext Einschätzungen der drei Verhandlungspartner und ist zu finden unter www.dgb.de (Themen A bis Z ? Beamtenpolitik ? 2009).

Quelle: Beamten-Magazin 01/2010













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